Socken stricken

die richtige Paßform und Anleitung finden

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Eine Socke ist nicht gleich eine Socke. Diese Socke ist im Oktober 2015 entstanden. Damals war ich mächtig stolz, denn "das mit den Socken" war mir bis dahin immer ein großes Rätsel.

 

Diese Socke ist mit einer sogenannten "Bummerang-Ferse" und einer "Bandspitze" gestrickt. Für den Anfang war das eine gute Übung, denn ich habe gelernt mit dem Nadelspiel und den dünnen Fäden der Sockenwolle zurecht zu kommen.

 

Jetzt im nachhinein kann ich sagen: Es gibt keine allgemein gültige Anleitung für Socken, denn Füße sind ganz unterschiedlich geformt. Es sind immer nur Vorschläge und Richtwerte, die man nachlesen kann. Ob die Socke dann tatsächlich gut sitzt, liegt an vielen Faktoren.

 

15 Monate später

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Meine Socken habe ich 15 Monate später verlängert. Die alte Socken-Länge war zu kurz, der Umfang ist generell etwas zu weit. Also habe ich die Spitze vorne abgeschnitten, die Maschen aufgenommen und einfach eine neue Spitze drangestrickt. Und zwar mit 4 Nadeln, meine dreigeteilte Spitze, siehe dazu auch meinen Beitrag "diagonale Socke ohne Ferse".

 

Ich dachte damit sei meine Socke perfekt. Aber sie ist allgemein zu weit und sitzt immer noch nicht gut. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum sie sich immer so verdreht.

 

Maschenprobe

Weil mir meine Socken zu weit erscheinen und ich einen Fehler zuerst nicht finden kann, stricke ich eine Maschenprobe. Warum auch immer, ich war bisher nicht auf die Idee gekommen eine Maschenprobe für Sockenwolle zu stricken.

 

Es stellt sich heraus: das ist nicht der Fehler. Meine Strick-Festigkeit und Nadelstärke stimmen mit dem Etikett des Herstellers überein.

 

Also muß der Fehler in der Anleitung liegen.

 

Wo liegt der Fehler?

In meiner ersten Anleitung hieß es, man solle mit 64 Maschen stricken: dies ist mir zu weit.

 

In der zweiten Anleitung heißt es, bei meiner Schuhgröße solle man mit 60 Maschen stricken.

 

Nun stricke ich mit 56-58 Maschen, je nach Woll-Marke/ Hersteller, bezogen auf 4-fädiges Garn.

 

Maß-Anfertigung für perfekte Paßform

In dem Buch: "Das große Handarbeitsbuch", Herder-Verlag von 1966 von Bertha Schwetter, finde ich auf Seite 426 folgendes:

"Zum Stricken von Strümpfen sollte ebenso genau Maß genommen werden wie zur Anfertigung eines anderen Kleidungsstückes, denn dem Fuß, der die Last des Körpers zu tragen hat, muß volle Bewegungsfreiheit zugesichert sein, die auch durch eine zu enge oder zu weite Ferse oder Spitze nicht gestört werden darf. Die richtige Strumpfform findet man am besten durch Abformen mit Mullstreifen. Dazu legt man einen..."

 

Ich bin irritiert darüber, daß in neuen Medien gar nie auf die Problematik einer perfekten Paßform aufmerksam gemacht wird.

 

Es finden sich überall Größen-Tabellen nach Schuhgrößen, aber obwohl gerade das Stricken die Möglichkeit bietet fast Millimeter genau zu arbeiten, finden sich wieder nur Tabellen mit Socken-Maßen, die teilweise bei den Weiten über 4 Größen gehen.

 

Und selbst bei den Einteilungen nach schmalem und weiten Tritt (Buch "der geniale Sockenworkshop") wird völlig außer Acht gelassen, daß der Umfang des Fußes für eine perfekte Paßform relevant ist. Und das hängt mit dem jeweiligen Spann zusammen.

 

Tabellen sind Anhaltspunkte

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Socken können auf vielfältige Art und Weise gestrickt werden.

 

Ich entscheide mich für "Herzchen-Ferse" und "Sternchen-Spitze". Denn so sahen schon die Socken meiner Uroma aus und außerdem muß ich keine komplizierten neuen Maschen lernen.

 

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Die angegebene Maschenzahl verringere ich, denn die ist zu weit.

 

So stricke ich mit 56 Maschen/ je Nadel 14 Maschen anstelle von 60 Maschen bei einer Schuhgröße von 38,5 bei normaler Weite. Ich habe keine schmalen Füße, aber einen sehr hohen Spann.

 

Hoher Spann bedeutet: Wenn ich meinen Fuß strecke, dann macht mein Fuß eine hübsche Biegung, die man von Ballett-Tänzern kennt. Das hängt mit dem hohen Spann zusammen. Der Umfang meines Fußes ist durch den Hohen Spann geringer.

 

Ich schreibe das hier, weil ich das selbst heraus finden mußte. Das habe ich bisher in keinem Buch gefunden, obwohl es zigtausende Bücher zum Thema Socken-Stricken gibt.

 

Also: Größen-Tabellen sind nur Anhaltspunkte.

 

Es macht sicherlich Sinn als Anfängerin nach Tabellen zu stricken. Es kann aber immer sein, daß die Paßform dann angepaßt werden muß. Wichtig ist ein genaues Hinschauen und Überprüfen bei der Nutzung. Ist die Socke frisch gestrickt, sitzt sie in der Regel ganz anders als später.

 

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Ich habe alte und neue Handarbeitsbücher. Meine älteste Socken-Anleitung ist von 1949 und sie ist von der Art der Strick-Technik identisch mit heutigen Anleitungen. Allerdings haben sich die Bezeichnungen verändert.

 

So ist die "Sternchenspitze", aus dem Buch "Der geniale Sockenworkshop" von 2014 im Buch

"Schachenmayr Lehrbuch der Handarbeiten aus Wolle" von 1949 eine "einfache Strumpfspitze". Und im Buch "Das große Handarbeitsbuch" von 1966 wird die gleiche Spitze so genannt: "Strumpfspitze mit strahlenförmig angeordneten Abnahmestellen".

 

neue Stricknadel

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Mein neues Socken-Equipment ist eine Mini-Rundstricknadel von der Marke addi, total toll. Ich stricke Bund und Fuß mit der Rundnadel, Ferse und Spitze mit dem Nadelspiel. Für meine Bedürfnisse ist diese kleine Stricknadel einfach perfekt.

 

Obwohl ich zugeben muß, daß ich anfangs mit dieser kleinen Rundnadel nicht zurecht kam. Sie ist so klein, daß ich etwas Übung brauchte um sie gut halten zu können.

Das kürzere Ende liegt links, die etwas längere Nadel befindet sich auf der rechten Seite.

 

Der Vorteil der Rundnadel: egal wieviele Maschen ich gestrickt habe, ich kann die Arbeit schnell beiseite legen ohne das Maschen von den Nadeln fallen und es gibt keine unschönen Übergänge mehr. Ich bin generell ein Rundstricknadel-Fan.

 

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Nach dem Bund wird die Hälfte der Maschen stillgelegt- auch dafür eignet sich die kleine Rundstricknadel perfekt, denn so stört Nichts beim weiterstricken.

 

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Fazit

Je nach Fußform und persönlichen Vorlieben machen unterschiedliche Strickarten und unterschiedliches Equipment durchaus Sinn.

 

Socken werden seit Jahrzehnten auf ein- und dieselbe Art und Weise gestrickt. Die Techniken als solches haben sich nicht verändert. Etwas, das seit Jahrzehnten unverändert hergestellt wird, scheint gut und richtig zu sein.

 

Das Stricken gibt jedem Menschen die Möglichkeit fast Millimeter-genau zu arbeiten. Passen die Tabellen-Strümpfe nicht, können die Maße bzw. Maschen abgewandelt und selbst ermittelt werden.

 

Zusätzlich gibt es zahlreiche neue Ideen, Innovationen und Anleitungen aus anderen Ländern und Kulturen, wie zum Beispiel das Stricken der Socke von der Spitze zum Bund u. v. m.

 


Gute Entdeckungs-Reise!


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