Jeans-Patchwork-Tasche

Nähzeit: über 1 Jahrzehnt...

Ich liebe meine Jeans-Patchwork-Tasche. Ich habe sie letzten Sommer fertig genäht. Die Entstehungszeit war lang: über 1 Jahrzehnt lag dieser Patchwork-Block auf dem Dachboden.

 

Als Jugendliche habe ich aus den USA das Buch: "Speed-Cut Quilts" von Donna Poster mit nach Hause gebracht. Ein Buch in schwarz-weiß, mit vielen Ideen zu Quadraten. Ich hatte damals kein INCH-Lineal, das habe ich bis heute nicht.

 

Meine Idee war, das ich die einfachen Quilt-Quadrate als Kissenbezug nähe, also 40 x 40 cm (Sofakissen-Größe). Da ich diverse alte Jeanshosen aus der Familie zur Verfügung hatte, habe ich mich langsam voran getastet. Bevor ich anfangen konnte zu schneiden, habe ich alle Muster umgewandelt: von klassischen Patchwork-Quilt-Inch-Maßen auf 40 x 40 Zentimeter-Quadrate. Ich mochte schon immer gern rechnen...

Ich habe einige Muster nachgenäht und hatte zuletzt sehr viele Quadrate: 12 Stück.

 

Dieser Jeans-Block für die Tasche war auch ein Quadrat. Im Buch heißt dieses Muster "Plaid" und ist für "Beginner". Da ich alle anderen Quadrate in Kissenbezüge und einen großen Vorhang (passend für mein damaliges Zimmer) vernäht hatte, blieb dieser Block über mindestens 12 Jahre oder länger auf dem Dachboden liegen.

 

Und so ist meine Tasche entstanden.

 

Kombination

Obwohl ich den sandfarbenen Jeansstoff schon für meinen Vorhang verwendet hatte, habe ich mich schwer getan ihn mit der Tasche zu kombinieren.

 

Weil ich nur noch einen Rest hatte, hätte ich so oder so kombinieren müssen oder die Tasche kleiner nähen müssen. Ich habe dunkel-blauen Jeansstoff für die Henkel gewählt. Und das war eine gute Idee. Die Henkel werden nicht so schnell dreckig- denn ein dunkler Stoff verzeiht so einiges. Und es gibt einen guten Gesamteindruck: kneift man die Augen zu und achtet auf die Verteilung der Hell-Dunkel-Kontraste sieht alles harmonisch aus.

 

Das Inlett

Für das Innenfutter habe ich tatsächlich Inlett-Baumwoll-Stoff verwendet. Dieser ist fein und fest gewebt und so robust wie Jeans-Köper. Der Creme-Ton gefällt mir sehr gut in Kombination zum Sand-Ton und dem hellen Jeans-Stoff außen im Patchwork-Muster.

 

Die Maße

Meine fertige Tasche hat die Maße: 48 x 36 cm.

 

 

Patchwork-Maße

Die blauen Jeans-Quadrate haben die fertigen Maße: 8 x 8 cm, 8 x 4 cm und 4 x 4 cm.

Das bedeutet jeweils plus ein Zentimeter Nahtzugabe: 10 x 10 cm, 10 x 6 cm und 6 x 6 cm.

 

insgesamt 10 große Quadrate (10 x 10 cm)

Farbe A: 5 x helle große Quadrate, einfarbig

Farbe B: 5 x anders helle große Quadrate (Rückseite Jeansstoff)

 

insgesamt 31 mittlere Rechtecke (10 x 6 cm)

Farbe C: 10 x dunkler Jeans, einfarbig

Farbe C: 5 x anderer dunkler Jeans (etwas heller)

Farbe A: 7 x sehr heller Jeans, einfarbig

Farbe D: 9 x hell-dunkler Jeans (verwaschen)

 

insgesamt 6 kleine Quadrate (6 x 6 cm)

Farbe C: 2 x anderer dunkler Jeans (etwas heller)

Farbe D: 2 x hell-dunkler Jeans (verwaschen)

Farbe B: 2 x anders helle große Quadrate (Rückseite Jeansstoff)

 

 

Maße Sandton-Jeans-Stoff

Da jeder Mensch etwas anders näht und die Nähte wenige Millimeter anders ausfallen, kann es sein, daß das fertige Patchwork-Stück etwas kleiner oder größer als mein fertiges Maß ausfällt. Deswegen schlage ich vor (ich mache das auch immer so), daß die anderen Stoff-Stücke erst im nachhinein zugeschnitten werden.

Grobe Angaben: Rückseite Tasche: 48 x 36 plus Naht = 50 x 38 cm;

plus Innenfutter: 2 x 10 fertige Breite x 48 cm plus Naht = 2 Zuschnitte á 12 cm x 50 cm.

 

Maße Baumwoll-Futter

ungefähr 2 Zuschnitte 28 cm x 50 cm incl. Naht > wie oben, Zuschnitt am besten erst nachdem die Patchworkarbeit fertig gestellt ist.

 

Maße Henkel/ dunkelblauer Jeansstoff

fertige Länge Henkel: 58 cm

fertige Breite Henkel: 3 cm

Das bedeutet Zuschnitt: Breite mindestens 8 cm, vielleicht ist es je nach Dicke des Stoffes besser 9 cm zuzuschneiden. Wir brauchen 2 Henkel mit mindestens 60 Länge incl. Nahtzugabe.

 

Die Henkel werden von der Seite her gemessen im Abstand von jeweils 12 cm (Außenkante Henkel) angenäht. So entsteht ein Innenabstand von ca 18 cm.

 

Patchwork bedeutet viel Bügeln

Es gibt unzählige Anleitungen und Bücher zum Thema Patchwork. Die Rückseiten von Jeans-Patchwork sehen immer wild aus mit den vielen Fäden. Weil mein Stoff-Stück so lange auf dem Dachboden lag, mußte ich es waschen, dewegen sind hier noch mehr Fäden zu sehen. Das ist aber nicht schlimm. Die Fäden verschwinden im Inlett.

 

Wichtig beim Nähen: Wenn genäht wird sollten lange Fäden immer sofort abgeschnitten werden, damit sie sich nicht in der Nähmaschine verhaken. Schlimmstenfalls könnte die Maschine Schaden nehmen. Aber es ist auch so schon ärgerlich genug, wenn sie sich verhakt und man nicht weiter kommt.

 

Wichtig ist das Bügeln. Immer wieder nach dem Nähen müssen die Kanten auseinander gebügelt werden. Bei dünneren Stoffen kann in eine Richtung umgebügelt werden. Bei Jeans ist das fast nicht machbar, es sei denn es ist sehr dünner Jeans. Ich habe damals robusten festen Jeans verarbeitet. Elastan-Jeansstoffe wie heute fast überall üblich gab es in dieser Menge nicht. Der Vorteil von reiner Baumwolle: Ich kann alles bei 95 Grad kochen und meine Arbeiten leben noch sehr sehr lange bei richtiger Pflege.

 

Jeansstoff hat zwei Seiten

Jeansstoff hat zwei Seiten, die beide genutzt werden können. So kann ein Stück Jeans-Stoff für zwei verschiedene Farben eingesetzt werden. Einfach testen was besser aussieht.

 

Nähte

Fast alle Nähte liegen innen. Weil ich den Look nicht durch eine doofe Naht außen auf der Tasche unterbrechen wollte, habe ich nur die Henkel abgesteppt (gibt mehr Halt) und das Innenfutter innen mit der Nahtzugabe der Patchworkarbeit zusammen genäht. So liegt die Naht in der Tasche und ist außen nicht sichtbar.

Bevor die Naht im Taschenboden zugenäht wird, wird die abgesteppte Nahtzugabe Richtung Innenfutter gebügelt. So kann ich mit der Nähmaschine die "Nahtzugabe blauer Patchwork", die "Nahtzugabe sandton-Jeans" und den "Sandton-Jeans-Innenstoff" zusammen nähen. Diese Naht liegt auf der Innenseite der Tasche.

(Dieses Prinzip kann man auch auf andere Dinge übertragen, überall dort, wo eine Naht zur Stabilisierung gebraucht wird, aber die Naht außen nicht sichtbar sein soll.)

 

Hier wird deutlich wieviel Stoff genäht werden muß: Es gibt extra Jeans-Nadeln, die diese dicken Stoffe sehr gut nähen.

 

Und die anderen Quadrate?

Anfangs hatte ich erzählt, daß ich viele Quadrate vor vielen Jahren genäht hatte. Diese Kissen und mein großer Vorhang waren viele Jahre in Benutzung. Hängt der Vorhang in einem hellen Zimmer, in das die Sonne hineinscheint, ist es wie ein Mosaik.

 

Die einzigen Sterne die ich genäht hatte, wurden meine Küchen-Sitz-Kissen. Ich hatte damals das Inlett fest eingenäht, deswegen sieht man jetzt ein par Fransen. Zum Waschen der Bezüge mußte ich die Nähte wieder auftrennen. Heute bin ich schlauer und nähe einen Hotelverschluß ein, siehe auch meine Gartenkissen-Bezüge.

 

Aus den vielen Quadraten war damals ein Vorhang für mein Zimmer entstanden. Dieser Vorhang hat auch einige Umzüge mitgemacht. Einige Zeit war er ein reiner Wandbehang.

Nun paßt er nicht mehr in unsere Wohnung und ich überlege seit einiger Zeit wie ich ihn verändern, auflösen weiterverarbeiten könnte.

 

Jeansstoff ist relativ hart und sehr schwer, als Decke eignet er sich nicht. Denn an den Ecken (dort wo viele Stofflagen aufeinander treffen) ist der Stoff besonders "steinig", hart und ungemütlich. Als Vorhang in meiner damaligen Wohnung war er perfekt: tagsüber hing er glatt an der Wand als Wandbehang, abends wurde er zum Sichtschutz. Durch diesen dicken Jeansstoff kann man nicht durchschauen. Morgens wenn die Sonne in die Balkontür schien sah ich ein zauberhaftes Mosaik.

 

Die Zeiten ändern sich. Und das ist auch gut so.

 


Viel Freude!


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