Strickmuster wie gewebt

altes Muster (im Muster) neu entdeckt

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Ich liebe alte Bücher: nur schwarz-weiß, mit wenigen Zeichnungen und wenigen schwarz-weiß Fotos. Das Papier ist dünn, glatt und haltbar. Bücher waren kostbar und der Inhalt ebenso. Aus solch einem Buch habe ich dieses Strickmuster.

 

Nur noch antiquarisch zu beziehen, zum Beispiel über das "Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher" (zvab.com):

Das große Handarbeitsbuch von Bertha Schwetter

Herder-Buchgemeinde/ Verlag Herder KG, Freiburg im Breisgau 1966

Das Muster ist zu finden auf Seite 452.

 

Aus diesem Strickmuster möchte ich gerne eine Decke stricken. Ich habe so ein Muster noch nie gesehen. Ich bin am Experimentieren. Im Moment entstehen unterschiedliche Farbproben.

 

Strickanleitung

  • Gerade Maschenanzahl aufnehmen, das bedeutet, die Maschenanzahl muß durch 2 teilbar sein.
  • Die erste Masche rechts stricken, den Faden vor der Arbeit weiterführen und die zweite Masche abheben ohne die M zu stricken. Die nächste M wird wieder rechts gestrickt usw.
  • Rückreihe: Die erste Masche links stricken, den Faden hinter der Nadel weiterführen und die zweite M ohne zu stricken abheben. Die nächste M wieder links stricken usw.

 

Im Prinzip sind es Rechte und Linke Maschen: Auf der Vorderseite werden immer nur Rechte Maschen gestrickt, auf der Rückseite Linke Maschen. Anstatt jede Maschen zu stricken wird nur jede zweite Masche gestrickt, die M dazwischen wird nur abgehoben. Durch die Fadenführung entsteht das Muster.

 

Anstatt wie gewohnt meine Wolle mit einer 4,5 mm-Stricknadel zu stricken, mußte ich auf eine 6 mm Stricknadel umsteigen. Ansonsten wird die Strickarbeit zu fest und zu hart.

 

Ich will eine weiche Decke stricken. Um meiner Strickarbeit die nötige Elastizität zu geben, stricke ich mit einer 6er-Nadel. Wenn diese Elastizität eher stört, dann wählt man die Nadel, die auf der Woll-Verpackung angegeben ist.

 

Umsetzung in Farbe

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Ich habe noch Reste von meinen alten Projekten und möchte daraus gerne eine große Decke stricken. Sie sollte farblich in unser Wohnzimmer passen. Ich stricke mit Donegal Aran Tweed Wolle aus Irland: http://donegalyarns.com/

 

Das ist 100% Schurwolle und manche Menschen empfinden diese Wolle als kratzig. Ich liebe diese Wolle und empfinde sie als weich. Seit Jugend an trage ich Pullover aus dieser Wolle. Das mit dem kratzig- das muß jeder selbst fühlen. Ich mag auch nicht alle Materialien, ich finde zum Beispiel Cashmere-Wolle viel zu weich und regelrecht unangenehm.

 

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Unser Sofa ist hell. So ist meine erste Idee bunte Streifen zu stricken, die aus verschiedenen Farben bestehen mit jeweils gleicher Breite im Wechsel mit einem schmalen weißen Streifen.

 

Hier kann man schon gut erkennen, daß die Farb-Streifen alle unterschiedlich breit sind. Die einzelnen Farbabschnitte sind aber gleich breit.

 

Zudem sind unterschiedliche Hell-Dunkel-Kontraste vorhanden, denn das Gelb und das Hell-Türkis sind sehr viel heller, als die anderen Farben. Aber das macht die Streifen auch sehr lebendig.

 

Die Zacken an den Farbübergängen entstehen durch das Muster selbst, denn es wird nur jede zweite Masche gestrickt.

 

Muster im Muster

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Ich bin neugierig. An den Rändern der Farbwechsel sieht man diese tollen Übergänge, die fast wie genäht aussehen. Also verändere ich nicht nur die Farb-Reihenfolge, sondern ich experimentiere auch mit der Anzahl der Reihen. Und ich entdecke diese neuen Muster, die sich aus unterschiedlicher Reihenanzahl der Farben ergeben.

 

Wird jeweils nur eine Reihe mit einer einzigen Farbe gestrickt, dann entstehen Streifen.

Im Foto mittig, von rechts nach links:

Jeweils eine Reihe Weiß und Petrol im Wechsel, dann Weiß- Lila, dann Weiß-Blau.

 

Das kleine Schachbrettmuster entsteht, wenn jeweils zwei Reihen nacheinander in einer Farbe gestrickt wird, also 2 Reihen weiß, 2 Reihen Hellblau im Wechsel.

 

Rückseite

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Auf der Rückseite erscheint ein Perlmuster. Es ist etwas gröber, wie das klassische Perlmuster. Das sieht schon viel mehr nach einer Strickarbeit aus.

 

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Und wirklich interessant ist die Rückseite von den dünnen Streifen, bei denen jeweils nur eine Reihe pro Farbe gestrickt wird.

 

Auf der Vorderseite erscheinen die Streifen waagerecht, auf der Rückseite erscheinen die Streifen senkrecht.

 

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Ist das nicht total toll? Ich bin ganz begeistert. Ich weiß zwar noch nicht wie ich diese neuen Erkenntnisse in meine Decke einbaue, aber dazu habe ich ja auch noch Zeit.

 

aus meiner Strickprobe wird eine Tasche

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Die Fäden zu vernähen ist echt doof, aber ich will die Tasche nicht füttern. So dauert das Vernähen etwas länger. Die Seiten werden so vernäht, daß man die Naht nicht sieht. Vielleicht stricke ich noch eine Schlaufe für einen Knopf, das weiß ich noch nicht.

 

schon wieder ein Muster & eine neue Regel

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Ich habe schon wieder das nächste Muster angefangen. Hier mir weniger Weiß, denn Weiß ist immer sehr prägnant. Von weitem wirken die kleinen Streifen und das kleine Schachbrettmuster wie kompliziert gestrickte Muster. Sicherlich kann man dieses Strickmuster auch in andere Arbeiten einsetzen und zwar gezielt partiell. So spart man sich aufwendiges Jonglieren mit vielen Fäden, denn bei diesem Muster wird immer nur mit einer Farbe zur Zeit gestrickt. Diese Idee muß ich mir merken.

 

Bei meinem Muster gefällt mir der rechte Teil. Die Wiederholung der Farbe "Rost" als kleiner Zwischenstreifen. Das sind 2 Reihen. Die großen Streifen sind jeweils mit 6 Reihen gestrickt.  Das könnte meine neue Regel für die große Decke werden:

 

Herleitung:

6 Reihen Farbe Rost

6 Reihen Farbe Petrol

2 Reihen Farbe Rost

6 Reihen Farbe Türkis

6 Reihen Farbe Pink

2 Reihen Farbe Türkis

 

Regel:

  • 6 Reihen neue Farbe A
  • 6 Reihen neue Farbe B
  • 2 Reihen Wiederholung Farbe A

 

Mit dieser Regel lassen sich beliebig viele Farben unterbringen, nämlich immer in den 6er-Reihen. Auch das Weiß, das meinem Liebsten sehr gefällt, könnte ich wieder aufnehmen.

 

Ich schneide bei meinen Strickmustern die Fäden nicht ab. So kann ich alles wieder aufribbeln und die Wolle neu verstricken. So entsteht kein Müll. Es ist ja nur ein Muster.

 


Ich liebe Muster!


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