Löwenzahn-Giersch-Salat mit Rettich und Kräutern

Wilde UnKräuter anbauen und essen

Nach vielen Jahren Arbeit im Garten habe ich nun einen Kräuter-Garten mit vielen verschiedenen Schnecken, Vögeln, Bienen. Ich dünge nur mit meinem eigenen Kompost, gieße fast nie, hacke fast nie Unkräuter und bin glücklich über all die Düfte und Beobachtungsmöglichkeiten, die sich mir bieten. Ich habe noch nirgends soviele unterschiedliche Bienenarten und Vögel beobachten können, wie in unserem Garten. Vor meinem Fenster fliegt regelmäßig die Mönchsgrasmücke und es zwitschert rund ums Haus. 

 

Wer sich mit Wilden UnKräutern nicht so auskennt oder sich unsicher ist, sollte unbedingt in ein Bestimmungsbuch investieren. Bestimmungsbücher gibt es mit Fotos oder mit Zeichnungen. Ich verstehe und begreife die Bestimmungsbücher mit  Zeichnungen besser. In einem Bestimmungsbuch sind auch Giftpflanzen abgebildet und so lassen sich Verwechslungsmöglichkeiten ausschließen. Ich habe über solch ein Bestimmungsbuch meinen Garten viel besser kennengelernt.

Bärlauch oder Maiglöckchen? Wer beides nicht kennt, wird schnell unsicher.

 

Und so ging es mir auch lange Zeit: Ich habe zwar seit Jahren UnKräuter-Koch-Bücher im Regal stehen, aber ich habe die Pflanzen nicht erkannt und nicht gefunden. Meine Wild-UnKräuter-Anfänge sahen so aus: ein par Blätter Löwenzahn plus einen "normalen" Salat vom Markt. Immerhin, das waren die Anfänge, so habe ich mich langsam voran getastet.

 

Ich wußte zwar, daß Löwenzahn in Frankreich auch auf dem Markt verkauft wird, aber so richtig konnte ich dennoch nichts damit anfangen. Auch Giersch ist in einem anderen Land heiß begehrt: in Korea gilt es als Super-Food. Bärlauch habe ich hier in Hessen das erste Mal in meinem Leben gekauft und gegessen und erst jetzt kann ich ihn einwandfrei von Maiglöckchen unterscheiden und habe keine Angst mehr, mich zu vertun.

 

UnKräuter-Salat-Trick

Dieser Salat ist dahingehend ein Trick, weil die Mengen und das Angebot variabel sind. Durch das geraspelte Gemüse (hier Rettich, aber es geht auch mit anderen Wurzel-Gemüsen) wird der Salat schön knackig, abwechslungsreich und frisch.

 

Birthes Wild-UnKräuter-Salat-Trick:

 

Wilde Kräuter + Küchenkräuter + geraspeltes Gemüse

 

Variante:

+ geraspeltes Obst, zum Beispiel ein Apfel. Zu herben Kräutern passen auch alle Arten von Zitrusfrüchten, die fein geschnitten werden.

 

Luxus-Variante:

+ geraspelten Käse

+ geröstete Kerne, zum Beispiel Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne. Am leckersten ist es, wenn die Kerne noch in der Pfanne leicht gesalzen werden.

 

Zutaten je nach Angebot variabel

Diese Zutaten habe ich gestern, im Mai, geerntet.

 

hauptsächlich:

Löwenzahn

Giersch

Zitronenmelisse

 

jeweils nur ein par Blätter:

Beinwell

Bärlauch

Knoblauch-Stiele

Borretsch

Pimpernelle

Rucola

Gold-Oregano

Minze

Schnittlauch

Gundermann

 

zusätzlich:

halber Rettich

1 Zwiebel

 

Apfelessig

Olivenöl

Salz, Pfeffer

Lavendelblüten

etwas flüssiger Honig

 

Verhältnis Rettich zu Kräutern ungefähr 2 : 3 oder 1 : 1 oder 3 : 2 > je nachdem wieviel man gerade zur Verfügung hat. Mit einem Apfel zusätzlich wird es fruchtiger.

 

Menge Kräuter: Wer unsicher mit der Menge ist, der nimmt einen tiefen Teller mit in den Garten und füllt den Teller jeweils einmal pro Person. Hinzu kommt zur Sättigung ja noch der Rettich und das Vollkornbrot mit Käse.

 

Anleitung

Die Kräuter waschen und relativ klein schneiden/ in feine Streifen runter schneiden, aber nicht hacken. Dazu eine große Menge der gewaschenen Kräuter auf das Brett legen und fest zusammen halten. Nun in Streifen schneiden.

Den Rettich grob raspeln.

Die Zwiebel würfeln.

Alles zusammen geben und mit Essig und Öl, Salz und Pfeffer abschmecken.

Je nachdem wieviel herbe Kräuter mit im Salat sind, Honig hinzu.

 

Anrichten

Den Salat habe ich zusammen mit einer Scheibe Vollkorn-Sauerteig-Brot,

Salzbutter und Käse gegessen.

 

Kräuterwissen

Kräuterwissen findet sich zum Beispiel in Kräuterbüchern, Bestimmungsbüchern und Gartenbüchern, Kräuterbestell-Katalogen und auf Kräuterwanderungen.

 

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Düfte und Kräuter. Manche Kräuter kann ich nicht riechen, die andere Menschen lieben. Und so verhält es sich auch damit, wie wir die einzelnen Kräuter vertragen. Wer selbst kocht, weiß, daß sich das mit allen Lebensmitteln so verhält. Nur weil man selbst etwas gerne ißt, heißt das noch lange nicht, daß es allen Menschen so geht. Und das ist auch gut so.

 

Und so sollten wir achtsam mit uns selbst und mit Kräutern umgehen. Pflanzen sind genauso lebendig wie wir selbst. Bevor wir eine Pflanze vorschnell "verteufeln", sollten wir daran denken, daß alle Pflanzen eine Aufgabe haben.

 

Der Wuchs von Pflanzen zeigt immer etwas an. "Zeiger-Pflanzen" sagen aus, wie die Boden-Beschaffenheit ist, wie die Wasserversorgung ist, die Lichtverhältnisse. So kann der geübte Beobachter anhand der Pflanzen "Lesen" was wie wo ist.

 

Manche Pflanzen übernehmen Heilkräfte. Zum Beispiel ist der Thymian als Tee gut, wenn man Husten hat, Giersch ist als Gicht-Mittel bekannt und manche Kräuter helfen allein mit ihrem Duft gegen schlechte Laune oder vertreiben Motten im Kleiderschrank.

 

Wenn in den Medien häufig von Artenreichtum und Sortenvielfalt geredet und diskutiert wird, dann können wir alle dazu beitragen. Auch im Kleinen, denn das  ist die Voraussetzung, um groß denken zu können. Anders ist es gar nicht möglich, die weitreichenden Zusammenhänge in der Natur begreifen zu können.

 

Wenn ich nicht weiß, daß zum Beispiel Bienen sich in Monokulturen verirren können, nicht mehr heraus finden und dann sterben, weil sie nichts mehr zu essen finden, dann ist das problematisch.

Auch Bienen brauchen Wasser.

Und nicht nur die Honigbiene düst in unseren Gärten herum, sondern die Wildbienen erledigen den Großteil der Bestäubung. Auch sie brauchen Nahrung und Wasser.

Nicht jede Biene geht auf jede Blüte. Mit allen Insekten ist das so.

Je abwechslungsreicher das Angebot, desto vielfältiger die Insekten und damit

die Vögel-Welt und damit wiederum die Tier- und Pflanzenwelt.

 

Alles bedingt sich gegenseitig.

 

Eine abwechslungsreiche Nahrung, die duftet und ganz unterschiedliche Aromen frei setzt, tut nicht nur den eigenen (menschlichen) Sinnen gut, sondern dem ganzen Körper, dem ganzen Organismus, auch den Tieren und dieser Erde.

 

Denn alles lebt. Und diese Erde soll auch weiterhin lebendig bleiben.

 


Guten Appetit!


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