Mütze gestalten & stricken

Farben verändern Farbe

copyright www.birthe.eu Birthe Sülwald Mützen gestalten und stricken

Als Designerin faszinieren mich Farben, Farbtöne und Farbnuancen. Ich mische gerne Farben, sei es im Farbkasten, seien es Farbkompositionen im Sinne einer Farbanordnung.

 

Mein Motto lautet: "selbst gestalten Unabhängigkeit".

 

Gerade das Stricken ist ein gutes Beispiel um mit relativ wenig Startkosten, wenig Material-Aufwand und wenigen Arbeitsutensilien Großartiges zu produzieren.

 

Im Grunde genommen kann nichts schief gehen, denn notfalls ribbelt man alles wieder auf und fängt von vorne an. Hinzu kommt, daß Geschmäcker verschieden sind. So ist ein "richtig" oder "falsch" relativ. Viel wichtiger als die Meinung der Anderen sollte unser eigener Anspruch sein, unser eigener Geschmack, den es gilt auszubilden.

 

Dieser Blog-Artikel ist eine Sammlung von Gedanken und Erfahrungen, die ich beim Stricken von Mützen hatte. Inspiration, Mut und Selbstbewußtsein!

 

Arbeitsutensilien

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  • 1 Rundstricknadel
  • Maßband
  • Schere
  • Stopfnadel (ist vorne nicht spitz, sondern rund, damit kann man sehr gut durch die Maschen gehen, notwendig für die Abschlußarbeiten)

optional:

  • kurzes Nadelspiel für die Abschlußrunden (finde ich komfortabel)
  • Häkelnadel (zum Aufheben einer Laufmasche)
  • Markierungen (Alternative: Fäden mit der Stopfnadel durch die zu markierenden Maschen ziehen, funktioniert genauso gut)
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Farben verändern Farben

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Legt man zum Beispiel 3 Farben nebeneinander, so verändert sich die Farbwirkung der einzelnen Farben. Farben "scheinen" genauso wie die Sonne. Und deshalb "scheint" eine  Farbe die Nachbarsfarben an- so überlagern sich die Farben (in unserer Wahrnehmung). Deshalb wirken Farben in einer Farb-Komposition/ Farb-Anordnung ganz anders als Solo.

 

Deshalb ist es manchmal schwer die richtigen Farben für eine Komposition zu finden.

 

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Die Farbwirkung ist eine persönliche Angelegenheit.

Jeder Mensch empfindet unterschiedlich.

 

Darüber hinaus macht es einen Unterschied, wie groß der nächste Streifen gestrickt wird. Ein kleiner Streifen fällt nicht so stark ins Gewicht wie ein großer breiter Streifen. Das mache ich mir zu nutzen. Möchte ich eine Farbe verstricken, dann mache ich das. Durch die Breite eines Streifen wirke ich unmittelbar auf alle anderen Farben ein. Durch eine Wiederholung der gleichen Farbe oder einer ähnlichen Farbe erschaffe ich eine ausgewogene Gesamtkomposition.

 

Das ist wie beim Kochen.

 

Maschen anschlagen

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Ich habe das Maschen-Anschlagen so gelernt, daß man über 2 Nadeln die Maschen aufnimmt. Das führte bei mir dazu, daß die Randmaschen labberig/ zu lose waren. Deshalb schlage ich mittlerweile über 2 unterschiedliche Nadel-Größen an. Ich stricke diese Wolle mit der Nadelstärke 4. Die Maschen schlage ich wie gehabt auf 2 Nadeln auf, je eine Nadel der Stärke 4 und Stärke 3. So erhalte ich feste gleichmäßige Randmaschen.

 

Maschenprobe

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Strickerinnen wissen: die Maschenprobe ist das A und O...

Auf einem Quadrat von 10 cm x 10 cm die Maschen zählen. Man zählt auf 10 cm, denn dann sind alle weiteren Berechnungen einfacher.

 

Lett-Lopi, mit einer 4er-Nadel gestrickt ergibt bei mir:

 

10 cm Breite: 23 Maschen

10 cm Höhe: 33 Reihen

 

Unabhängig von Garn und Nadelstärke kann mit diesem Wissen alles andere berechnet werden.

 

Bund bzw. Start

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Ich habe beispielsweise einen Kopfumfang von 57 cm.

 

57 cm Breite entspricht wieviel Maschen?

10 cm Breite entspricht         23 Maschen

 

Das ist klassischer Dreisatz:

 

57 x 23 / 10 = 131,1 Maschen

 

Dreisatz ist einfach, wenn die zugehörigen Variablen jeweils untereinander stehen, in diesem Fall "Breite" unter "Breite" und "Maschen" unter "Maschen".

 

Dann gilt:

über Kreuz (57 x23 ) geteilt durch (in diesem Fall 10)

 

Bündchen 2 rechts gestrickt, 2 links gestrickt = Das ist ein Rapport von 4 Maschen. Das bedeutet, daß die Anschlags-Zahl durch die Zahl 4 teilbar sein muß.

 

Anstelle von 131,1 Maschen nehme ich 132 Maschen.

Denn 132 ist teilbar durch 4 = 33

(Das bedeutet 33 Rapporte à 4 Maschen.)

 

Abnahmen berechnen

copyright www.birthe.eu Birthe Sülwald Abnahmen berechnen

Ich entscheide mich für 5 Abnahmestellen.

 

Um auszurechnen wie lange ich gerade hoch stricken muß und um zu wissen wann ich mit den Abnahmen in welchem Rhytmus beginnen muß, rechne ich zuerst aus:

 

Anfangsmaschenzahl geteilt durch 5 Abnahme-Stellen:

132 Maschen geteilt durch 5 = 26,4

Das bedeutet: Wenn in jeder Runde jeweils 5 Maschen abgenommen werden, dann bin ich nach 26 Runden fertig.

 

Die Maschenprobe besagt:

10 cm Höhe entsprechen 33 Reihen.

?         Höhe   entsprechen 26 Reihen

 

10 x 26 / 33 = 7,8 cm Höhe

 

Das bedeutet, daß ich nach ca. 8 cm von meiner Ausgangsmaschenanzahl (hier 132) auf Null bin, also oben in der Mitte der Mütze.

 

8 cm x 2 = 16 cm

16 cm Durchmesser hat der "Kopfdeckel".

 

Die Höhe richtet sich nach Bequemlichkeit. Wie weit sollen die Ohren bedeckt werden?

 

Ich mag es gemütlich und stricke 13 cm hoch, erst dann folgen die Abnahmen. So sind die Ohren bedeckt und es ist etwas Luft oben in der Mütze. Luft wärmt.

 

copyright www.birthe.eu Birthe Sülwald Mütze Himbeere Abnahmen

Markierungen setzen

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Anschlagsmaschen 132 M geteilt durch 5 Abnahmestellen = 26,4

 

26 x 5 = 130

2 Maschen bleiben übrig, diese aufteilen.

Markierungen setzen.

 

Jeweils die Masche vor der Markierung und die Masche an der Markierung rechts zusammen stricken. Dann ergibt sich so eine schöne gerade Kante.

 

Abschluß

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Ich stricke die letzten Runden mit dem Nadelspiel, das finde ich einfacher als mit der Rundstricknadel. Dafür braucht man 6 Nadeln. Für diesen Zweck nutze ich kleine kurze Nadeln.

 

Die letzten Maschen (1-2 Maschen) pro Nadel mit einer Stopfnadel zusammen ziehen und den Faden vernähen.

 

Jetzt ist die Mütze noch ganz frisch und sieht  kantig aus. Das ändert sich schnell.

 

Farbübergänge, Fäden verstricken

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Ich mag das Stricken, weil man die Arbeit komplett wieder aufmachen kann. Wenn mir ein Stück nicht mehr gefällt, dann kann ich meine Strick-Arbeit noch nach Jahren aufribbeln und etwas Neues daraus machen. Das entspricht meiner Art zu Denken.

 

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Die Konsequenz beim Stricken lautet deshalb: bei einem neuen Faden bzw. einer neuen Farbe werden die Fäden verstrickt. Und zwar verstricke ich über 3 - 4 Maschen den alten mit dem neuen Faden. So sind keine Knoten und kein Kleber notwendig. Die Fäden können dann auf der Rückseite kurz (ca. 1 cm ) abgeschnitten werden.

 

kleine Mini-Streifen

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Ich habe aus anderen Projekten diverse kleine Reste-Fäden. Nun verstricke ich sie in eine Mütze. Für den Bund habe ich mir eine Farbe ausgesucht, die mir gefällt, mir steht, die zu meiner Kleidung paßt und den anderen Farben etwas Halt gibt. So ist der Bund in einem Aubergine gestrickt, das ich zwischendrin als Streifen wiederhole. Die Farbfolge lege ich mir zu Beginn zurecht und stricke dann einfach immer weiter ohne groß nachzudenken.

 

Ich wiederhole den Aubergine-Ton des Bundes und verwende zusätzlich ähnliche Farben (lila Töne) und ähnlich dunkle Farben (dunkles Grün, dunkles Rot, dunkles Blau).

 

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Das Auge kann gar nicht so schnell alle einzelnen Töne auflisten, sondern nimmt alle Farben zusammen war. Das ist im Prinzip bei allen Farb-Kompositonen so.

 

Deswegen lautet immer die Frage: wie empfinde ich das?

Kühl, dunkel, bunt, hell, angenehm, passend? Stört mich etwas?

 

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Diese kleinen Mini-Streifen wirken komplett anders, als die breiten Streifen in den anderen Mützen. Hier ist auch gut zu erkennen, was Farbe mit den Nachbarsfarben macht und wie sich Farben in ihrer Wirkung gegenseitig überlagern.

 

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warmes Blau und kühles Rot

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Innerhalb eines Farbtones gibt es soviele Nuancen, daß zum Beispiel die Farbe "Blau" nicht nur kühl, sondern auch als ein warmer Farbton wahrgenommen werden kann. Denn es gibt besonders kühle Blautöne und wunderschöne warme Blautöne. Das ist bei allen Farben so.

 

Jeder Farbton hat warme und kalte Schattierungen. Beispiele:

 

Zitrone: eher kaltes Gelb, obwohl die Farbe Gelb ja grundsätzlich zu den warmen Farben zählt. Wird Gelb zugemischt wird der Ton allgemein wärmer.

Grasgrün: eher warmes Grün. Hoher Gelb-Anteil.

Himbeer-Rot: kühles Rot, geht ins bläuliche, im Gegensatz zu Erdbeeren.

 

Zusätzlich erscheinen manche Farbtöne als fahl, sie haben einen gewissen Grau-Anteil. Manche Augen sehen dann nur noch die Farbe "Grau", obwohl es sich um einen Grenzton handelt, der sich zwischen einer bestimmten Farbe und einem Grau-Ton bewegt.

 

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Inspiration, Mut, Selbstbewußtsein!


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